Viele Unternehmer denken bei einer Website zuerst an Design, Texte oder Google-Rankings.
Was fast immer zu spät kommt: Datenschutz.
Und genau das ist gefährlich.
Denn eine nicht DSGVO-konforme Website ist kein „kleiner Formfehler“.
Sie kann:
- Abmahnungen auslösen
- Bußgelder nach sich ziehen
- Vertrauen zerstören
- im schlimmsten Fall richtig teuer werden
In diesem Beitrag erkläre ich dir ohne Juristen-Deutsch:
- was eine DSGVO-konforme Website wirklich braucht,
- welche Fehler besonders häufig abgemahnt werden,
- warum „einfaches Kopieren“ keine Lösung ist,
- und wie du deine Website rechtssicher aufstellst – ohne Panik, aber mit System.
Warum das Thema DSGVO so oft unterschätzt wird
Viele Webseiten entstehen so:
- Design fertig
- Texte drauf
- Kontaktformular rein
- Impressum + Datenschutz kopiert
- fertig
Das Problem:
Datenschutz ist kein Deko-Element, sondern Teil der Technik.
Die DSGVO betrifft:
- Tracking
- Cookies
- Formulare
- Hosting
- Plugins
- Drittanbieter
Wer das ignoriert, spielt Risiko – oft ohne es zu merken.
Was bedeutet „DSGVO-konform“ überhaupt?
Kurz gesagt:
Der Nutzer muss wissen was, warum und wie lange Daten verarbeitet werden – und dem aktiv zustimmen können.
Das betrifft u. a.:
- IP-Adressen
- Kontaktanfragen
- Tracking-Daten
- Analyse-Tools
- Marketing-Tools
Eine DSGVO-konforme Website:
- sammelt nur notwendige Daten
- informiert transparent
- holt gültige Einwilligungen ein
- gibt dem Nutzer Kontrolle
Die häufigsten DSGVO-Fehler auf Unternehmenswebsites
1. Falscher oder fehlender Cookie-Banner
Einer der größten Klassiker.
❌ Fehler:
- Cookies werden gesetzt, bevor zugestimmt wurde
- „OK“-Button ohne Ablehnen-Option
- unklare Texte
Ein Cookie-Banner ist nur dann gültig, wenn:
- Einwilligung aktiv erfolgt
- Ablehnen genauso einfach ist wie Zustimmen
- keine Cookies vorher geladen werden
Alles andere ist abmahnfähig.
2. Google Analytics falsch eingebunden
Google Analytics ist erlaubt – aber nur korrekt eingerichtet.
Typische Fehler:
- kein Einwilligungs-Management
- falsche IP-Anonymisierung
- fehlender Hinweis in der Datenschutzerklärung
Viele Websites nutzen Analytics, ohne es DSGVO-konform eingebunden zu haben.
3. Kontaktformulare ohne Datenschutz-Hinweis
Ein Formular sammelt personenbezogene Daten.
Punkt.
Pflicht:
- Hinweis, was mit den Daten passiert
- Verlinkung zur Datenschutzerklärung
- Zweckbindung
„Schreib uns einfach“ reicht nicht.
4. Externe Tools ohne Prüfung
Viele Webseiten nutzen:
- Google Fonts extern
- YouTube-Videos
- Google Maps
- Social Media Plugins
Ohne korrekte Einbindung kann das:
- Daten an Dritte senden
- IP-Adressen übertragen
- rechtlich problematisch sein
Gerade Google Fonts (extern geladen) waren bereits Abmahngrund.
5. Kopierte Datenschutztexte
Ganz schlechte Idee.
Datenschutzerklärungen müssen:
- zur konkreten Website passen
- alle eingesetzten Tools enthalten
- aktuell sein
Kopierte Texte passen fast nie zur eigenen Technik.
Was eine DSGVO-konforme Website zwingend braucht
1. Rechtssicheres Impressum
- vollständige Angaben
- korrekte Rechtsform
- erreichbare Kontaktmöglichkeiten
Fehler im Impressum sind schneller abmahnfähig als viele denken.
2. Individuelle Datenschutzerklärung
Keine Vorlage „von irgendwo“.
Sie muss enthalten:
- Hosting-Anbieter
- eingesetzte Tools
- Zweck der Datenverarbeitung
- Rechte der Nutzer
Und regelmäßig geprüft werden.
3. Sauberes Cookie-Consent-Tool
Nicht irgendein Banner – sondern:
- technisch korrekt
- aktuell
- transparent
Kostenlose Tools sind oft unzureichend.
4. Technisch saubere Einbindung
DSGVO ist nicht nur Text – sondern Technik:
- Scripts blockieren
- Cookies steuern
- Tracking kontrollieren
Das ist kein Klick im Baukasten, sondern saubere Umsetzung.
Warum Abmahnungen häufiger sind, als viele denken
Abmahnungen kommen oft:
- automatisiert
- durch Wettbewerber
- durch spezialisierte Kanzleien
Und sie betreffen nicht nur große Firmen.
Gerade kleine Unternehmen sind betroffen – weil ihre Seiten oft schlecht gepflegt sind.
Typische Kosten:
- Abmahnung
- Anwaltskosten
- Unterlassungserklärung
- Nachbesserung
Schnell mehrere tausend Euro.
Baukasten-Websites & DSGVO – eine riskante Kombination?
Viele Baukasten-Anbieter werben mit:
„DSGVO-konform“
Das stimmt nur bedingt.
Denn:
- die Technik mag vorbereitet sein
- die Verantwortung liegt trotzdem beim Betreiber
Wenn du:
- Tools aktivierst
- Plugins nutzt
- Tracking einbindest
musst du es korrekt konfigurieren.
„Baukasten sagt DSGVO-konform“ schützt nicht vor Abmahnung.
DSGVO und Vertrauen – ein unterschätzter Faktor
Datenschutz ist nicht nur Pflicht, sondern Vertrauenssignal.
Eine saubere Website wirkt:
- professioneller
- seriöser
- vertrauenswürdiger
Gerade bei Dienstleistungen entscheiden Nutzer oft unterbewusst:
„Wirkt das sicher?“
Datenschutz gehört dazu.
Was Unternehmer konkret tun sollten
Schritt 1: Bestandsaufnahme
- Welche Tools sind aktiv?
- Welche Daten werden verarbeitet?
- Welche Drittanbieter sind eingebunden?
Schritt 2: Texte & Technik abgleichen
- Datenschutzerklärung prüfen
- Impressum aktualisieren
- Cookie-Setup testen
Schritt 3: Regelmäßig prüfen
- neue Plugins?
- neue Tools?
- Gesetzesänderungen?
DSGVO ist kein einmaliges Projekt.
Fazit: DSGVO ist kein Luxus – sondern Pflicht
Eine DSGVO-konforme Website:
- schützt vor Abmahnungen
- schützt dein Unternehmen
- stärkt Vertrauen
Wer Datenschutz ignoriert, spart kurzfristig – und zahlt später oft doppelt.
Die gute Nachricht:
Mit sauberer Struktur, klaren Texten und korrekter Technik ist DSGVO kein Hexenwerk.
Aber sie sollte ernst genommen werden.